Wichtige Ausrichtung für Musiker in der Gemeinde

In diesem tollen Interview zwischen Mark Dever und Keith Getty erzählt Keith von seiner weggebenden Begegnung mit dem Onkel seiner Frau: John Lennox. Lennox gibt ihm diesen Rat, der eine wichtige Ausrichtung für alle Musiker in der Gemeinde sein sollte:

„Make sure your faith is growing faster than your music“

Auf Deutsch wäre das:

„Achte darauf, dass dein Glaube immer schneller wächst, als deine Musik(alische Gabe)“

AMEN:

Musikseminar in München

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In Kooperation mit der FEG München Mitte bietet das EBTC im März ein Tagesseminar zum Thema „Musik in der Gemeinde“ an. Das Tagesseminar wird am 05. März in den Räumen der FEG stattfinden. Wer am Freitag (04.03.) schon vor Ort ist kann sich Abends (18:00) in der Gemeinde zu einem Vortrag zum Thema „Anbetung in der Bibel“ einfinden.

Thema: Musik in der Gemeinde
Termin: 04/05. März 2016
Sprecher: Thomas Hochstetter, Ralf Conrad
Ort: FEG München Mitte
Preis: Spendenbasis

Den Flyer kannst du hier herunterladen.

Seminardetails (Sa, 05.03.)

10:00 Willkommen & Einführung
10:15 Musik in der Bibel
11:30 Die Eigenschaften der Musik
12:45 Mittagspause
14:00 Die Eigenschaften der Musik in der Praxis
15:15 Pause
15:30 Lieder, Leiter, Leute – konkrete Anwendungen für den Gemeindedienst
16:15 Pause
16:30 Q & A

Lobet Gott den Heiligen Vater

Zu der Hirtenkonferenz in 2015 haben wir folgendes Gemeindelied geschrieben.  Das Thema der Konferenz war „Streben nach Heiligung durch Biblische Seelsorge“.

Das Lied basiert auf 1 Pet. 1,1-19 und greift das Thema der Heiligung, als notwendige Konsequenz des Wirken Gottes (durch Vorherbestimmung und Auserwählung), auf.

Die Verse gehen (mehr oder weniger) exegetisch durch den Text und bringen uns jedes Mal zum Lob durch den Refrain, welcher uns daran erinnern soll, dass wenn wir Ihn heiligen Vater nennen, wir auch heilig wandeln müssen. Wir haben versucht die Gemeinsamkeit des Bibeltextes wiederzugeben, indem wir immer von „wir“ und „uns“ sprechen.

Die Musik und Melodieführung des Liedes ist eine Mischung aus klassischem Gemeindelied (im Refrain) und einer etwas moderneren Herangehensweise (in den Versen). Die Einsätze zu den Versen sind nicht einfach, dafür strahlt der Refrain umso mehr.

Lobet Gott den Heiligen Vater (1 Pet. 1,1-19)
Titel Lobet Gott den Heiligen Vater
Bibelstellen 1 Pet. 1,1-19
Author(en) Text & Musik: Thomas Hochstetter
Lead Sheet  t.b.a.
Gitarrenblatt   Lobet Gott den heiligen Vater (244 Downloads) (Capoversion: C-Dur)
Liedtext 1.Wir sind auserwählt, gemäß Gottes ewigem Plan,
In der Heiligung, ihm gerecht und gehorsam zu nahen.
Gottes Kraft bewahrt durch Glauben zu ewigem Heil,
durch den Geist wird uns Seine Gnade und Frieden zuteil.

Refrain:
Lobet Gott den heil’gen Vater unsres Herren Jesus Christ.
Er ist unsre große Hoffnung, weil Er auferstanden ist.
So sei heilig, denn Gott ist heilig. Wenn du Ihn Vater rufst, wandel in Gottesfurcht,
denn du bist nun losgekauft durch des Sohnes Blut.

2. Wir sind im Glauben fest, wenn Prüfungen kommen und gehen,
indem wir auf Ihn schauen, auch wenn wir jetzt nur im Glauben Ihn sehen.
Wenn wir jetzt traurig sind, so werden wir jubelnd uns freuen,
bei Seiner Wiederkunft, wenn Er kommt um zu holen die Treuen.

3. So sind wir bereit uns nüchtern der Hoffnung zu nahen,
sie wird uns zuteil, wenn der Herr wird sich dann offenbaren.
Sodann wandeln wir, nicht so wie wir einst es getan,
sondern folgen Ihm, der als Vorbild in Heiligkeit kam.

Hören

Der Lehrauftrag von Liedern

Es gibt unterschiedliche Formen der Musik in einem Gottesdienst. Abhängig von theologischen- und praktischen Überzeugungen gibt es von einem Introit bis hin zum Choral alles Erdenkliche. Auch wenn manches davon rein instrumental ist finden wir doch überwiegend Worte mit Musik verbunden.

Es gilt nun eine wichtige Beobachtung zu machen: wenn Musik mit Worten kombiniert ist haben wir es immer mit einer Art der Lehre zu tun! Die Parallelen zu anderen Lehraufträgen sind offensichtlich. Z.B.

  • Eine Predigt hat eine Aussage … ein Lied auch
  • Eine Predigt konstruiert Informationen zu einem Gesamtbild … ein Lied tut das ebenso
  • Eine Predigt will von Wahrheiten erzählen und überzeugen … ein Lied tut das auch
  • Eine Predigt lehrt … ein Lied tut das auch
  • Eine Predigt sucht das Herz zu erreichen … ein Lied tut das ebenso

Diese Beobachtung ist nicht neu. Sowohl Martin Luther, als auch Johann Sebastian Bach sahen diesen Zusammenhang, wie schon viele vor Ihnen. Die Quelle? Zweifelsohne die Schrift selbst!

In den Psalmen wird diese Idee ganz praktisch umgesetzt, da wir dort singbare Theologie (in unterschiedlicher Anwendung, mal Gebet, mal Lobpreis, mal Trauer, usw.) finden. Es sei an dieser Stelle nur einmal Psalm 119,171-72 (auch 119,174-75) genannt:

„Meine Lippen sollen [dein] Lob hervorströmen lassen, wenn du mich deine Satzungen gelehrt hast. Meine Zunge soll laut reden von deinem Wort, denn alle deine Gebote sind Gerechtigkeit“ (Psalm 119,171-72)

Das „laut reden“ ist im Sinne von anstimmen gemeint (wie z.B. die ESV und andere engl. Übersetzungen es ausdrücken – die ELB hat es als Fußnote). Die Idee des Lehrens durch Musik finden wir auch in Psalm 60,1:

„Dem Vorsänger. Nach [der Melodie] »Lilie«. Ein Zeugnis. Ein Miktam von David; zum Lehren“ (Psalm 60,1, Hervorhebung meine)

Ohne Zweifel waren alle Psalmen zum Lehren und Erinnern gegeben. Der Apostel Paulus greift diese Tatsache wieder auf, wenn er in Kolosser 3,16 befielt:

„Lasst das Wort des Christus reichlich in euch wohnen in aller Weisheit; lehrt und ermahnt einander und singt mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern dem Herrn lieblich in eurem Herzen“ (Kolosser 3,16)

Eine Art „das Wort des Christus“ in uns wohnen zu lassen ist durch Lieder, die Sein Wort wieder geben. Diese Passage ist eine sehr wichtige und bedarf einer weiteren Auslegung, an der ich gerade arbeite.

Jedes christliche Lied lehrt etwas über Gott, sowie wir alle Theologen sind. Jeder hat eine Ansicht von dem wer Gott ist (auch ohne Bibelschule). Auf die gleiche Weise sagt auch jedes christliche Lied etwas über Gott aus. Die große Frage ist nur: ist es auch das was Gott über sich gesagt hat?

Mein vorheriger Pastor Joel James (dem ich viel zu danken habe für seine ständige theologische Anleitung des Musikteams) hat es einmal so ausgedrückt:

Es gibt drei Arten von Liedern: das Erste hat eine gute Theologie. Es ist das Lied was wir singen wollen. Das Zweite hat eine schlechte Theologie. Dieses Lied wollen wir natürlich nicht haben. Die dritte Art hat keine Theologie. Leider gibt es heute mehr von diesen Liedern, als von den anderen beiden Arten.

Ist das nicht ein Widerspruch? Auf der einen Seite sage ich, dass jedes Lied eine Theologie hat und dann sagt er, dass es viele Lieder gibt, welche keine haben?

Was er damit meinte ist Folgendes: es gibt heutzutage immer mehr Lieder die biblische und christliche (ja, das eine muss nicht immer auch das Anderen sein) Floskeln beinhalten, aber in ihrer Gesamtaussage im Grund nicht viel sagen.

Wir finden dann Worte wie „heilig“, „vergeben“, „befreit“, „Jesus“, „mein Gott“, „erlöst“, usw. Diese werden dann in einen Topf geschmissen und einmal kräftig umgerührt. Was dabei raus kommt macht, biblisch betrachtet, wenig Sinn. Eben keine Theologie.

Es wurde über Bach gesagt, dass er ein musikalischer Hermeneutiker sei. Herme… was? Hermeneutik. Die Lehre der Bibelauslegung. Das Werkzeug eines Predigers. Die Regeln zum Spiel (die Auslegung der Bibel das Spiel). Bach und Luther nahmen den Befehl von Paulus ernst, denn „das Wort des Christus“ besteht eben nicht nur aus ein paar reimenden Floskeln. Es war das Wort Gottes. Der gesamte Ratschluss. In aller Kraft und Macht.

In Johannes 7 kommen die Spione der obersten Gelehrten der Zeit (die Pharisäer) von einem Spähauftrag zurück und fassten das zusammen, was sie von Jesus gehört hatten: „Nie hat ein Mensch so geredet wie dieser Mensch“ (Johannes 7,46). Das Predigen von Jesus hatte Vollmacht weil es Gottes eigene Worte wiedergab.

Ich bin überzeugt, dass wenn wir das Lied in der Gemeinde wieder als eine Form des Lehrens wieder entdecken, werden wir auch wieder tiefergehendes Liedgut bekommen. Die Gemeinde benötigt nebst den altbewährten Liedern auch Neue. Neue Lieder, die aus der Tiefe von Gottes Offenbarung schöpfen.

An dieser Stelle sei aber auch gesagt, dass ein Lied niemals das erreichen kann, was eine Auslegungspredigt vermag! Das Wort gepredigt ist immer noch Gottes Modus Operandi in dieser Welt. Deshalb sprach ich auch von dem Lied als „eine Art der Predigt“. Ich habe auch die Befürchtung, dass so manche das Wort von der Kanzel mit den Worten aus den Kopfhörern vertauscht haben (auch hierzu wird es einen Artikel geben).

Leider hat der Gedanke/ Wunsch nach dem Lied als Unterhaltung den Lehrauftrag der Musik aus der Gemeinde hinausgejagt.

Musik, kombiniert mit Worten, lehrt immer. Das ist von Gott gegeben. Die Frage ist: Was bekommen wir gelehrt? Wir wollen wie die Bachs und Luthers dieser Welt sein und die Gemeindemusik wieder zu dem machen, was sie sein soll, nämlich:

„nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet“ (2 Timotheus 3,16-17).

SoliGloriaDeo

Thomas



 
 
 

Weiterführende Ressourcen:

Jones, Paul S. Singing and Making Music: Issues in Church Music Today, P&R Publishing, 2006

Vereint durch Jesu Tod am Kreuz

Zu der diesjährigen Hirtenkonferenz haben wir wieder ein neues Lied geschrieben.  Das Thema der Konferenz war „Das Kreuz im Zentrum“.

Das Lied basiert auf Eph. 2,11-19 und nimmt das Thema der Vereinigung durch das Kreuz auf. Der Kontext der Stelle zeigt auf, dass Juden und Heiden durch das Kreuz nun zu einem Leib vereint sind. Die gesamte Idee dahinter zeigt aber auch, dass wir nicht nur eins gemacht sind, sondern zu einem Volk Gottes gehören. Wir sind durch Jesu Tod am Kreuz nun miteinander, aber auch mit Gott vereint worden.

Der Liedtext setzt den Fokus auf diese Vereinigung hin zu Gott. Die Verse zeigen auf wer wir einmal waren und bringen dann das Thema im Chorus zusammen.

Vereint durch Jesu Tod am Kreuz (Eph. 2,11-19)
Titel Vereint durch Jesu Tod am Kreuz
Bibelstellen Eph. 2,11-19
Author(en) Text & Musik: Thomas Hochstetter
Lead Sheet   Partitur: Vereint durch Jesu Tod am Kreuz (664 Downloads) (Es-Dur)
Gitarrenblatt   Gitarrenblatt: Vereint durch Jesu Tod am Kreuz (609 Downloads) (Capoversion: C-Dur)
Liedtext 1. Als Gottes Feind gebor’n, entfernt von Seinem Heil,
als Fremde in der Welt, verlor’n, allein.
So irrten wir umher, in Hoffnungslosigkeit,
auf Wegen wüst und leer, auf Ewigkeit.

Doch jetzt …

Chorus:
Vereint durch Jesu Tod am Kreuz, sind wir, die einst ganz fern,
nun nah gebracht, in einem Geist, zu Gottes Gegenwart.
Versöhnt durch Jesu Blut am Kreuz, der Feind zum Freund gemacht,
verkündigt Frieden einer Welt, die wandelt in der Nacht.

2. Im Dunkel suchten wir, nach Wegen in der Welt,
doch nichts gab Frieden hier, kein Mensch, kein Geld.
Der Zugang blieb verwehrt, zu Gottes Friedensthron,
so lebten wir im Streit, der Sünde Lohn.

Doch jetzt …
Chorus

3. Zu Mitbürgern gemacht, in Gottes ewigem Reich,
angenommen, eins gemacht, Ihm gleich.
Erbaut durch Gottes Geist, zu Seiner Wohnung hier,
bis wir dann bei Ihm sind in Ewigkeit.

Doch jetzt …
Chorus

Brücke:
Hoffnung für die Hoffnungslosen
Versöhnung für den größten Feind.
Zugehörigkeit für jedermann.
Sohnschaft für die Vaterlosen,
Bürgerschaft in Gottes Reich,
Erkauft, befreit, in Ihm sind wir jetzt gleich.

Denn nun …
Chorus

Hören

Neue Lieder und Liederdatenbanken

Liebe Leser,

In den nächsten Tagen wird es wieder neue Lieder geben. Ich habe für die Hirtenkonferenz 2014 ein neues Lied geschrieben, welches die Wahrheiten von Epheser 2:11-22 ausdrücken will.

Wir werden auch daran arbeiten gemeinfreie Lieder endlich zu einer Datenbank zusammen zu bringen. Des weiteren werden wir hier auch noch weiterführende Links zu schon existierenden Datenbanken hoch laden, damit euch das Suchen einfacher fällt.

Kommt also bald wieder auf diese Seite zurück und helft uns dadurch auch ein neues Liedgut in Deutschland zu verbreiten.

im Herrn verbunden.

Die auf dich vertrauen (Psalm 5)

Der erste Beitrag in der „Schrift im Lied“ Reihe kommt aus Psalm 5. Es entstand aus dem Wunsch einer der Brüder zu seiner Predigt (Ps 5) auch dieses Lied zu singen. Er konnte sich noch daran erinnern, dass er mal ein Englisches Lied dazu gehört hatte.

Die ursprüngliche Melodie stammt von Bill Sprouse (der c. 1 Woche nach dem er das Lied geschrieben hatte nach Hause durfte). Der Refrain ist neu hinzugekommen.

Der Fokus der Überarbeitung liegt mehr auf Vers 12-13. Im Original war es ein inniges Gebet. Ich habe versucht das Gewicht ein wenig mehr auf das des ganzen Psalms zu setzen (als nur auf die ersten 4 Verse).

Die auf Dich vertrauen (Ps 5)
Titel Die auf dich vertrauen
Bibelstellen Psalm 5
Author(en) Melodie urspr.: Bill SprouseArrangement & Refrain: Thomas Hochstetter
Lead Sheet   Partitur: Die auf dich vertrauen (Ps.5) (565 Downloads)
Gitarrenblatt   Gitarrenblatt: Die auf dich vertrauen (Ps.5) (514 Downloads)
Hören

Brauchen wir wirklich neue Anbetungslieder?

Stuart Townend ist ein hervorragender Musiker und Vordenker der modernen „Gemeindeliederbewegung“ (oder auch neue Hymnenschreiber – beide gibt es nicht als „Bewegung“, aber ich nenn es  mal das).

Es gibt einige gute Vorträge von Stuart über warum und wie er angefangen hat neue Lieder zu schreiben. Auch wenn er aus einer leicht charismatischen Gemeinde kommt ist seine Theologie scharfsinnig und gut.

Es lohnt sich immer was von ihm zu lesen, wie z.B. diesen neuen Artikel: http://bit.ly/1fvx0Gl (nur auf Englisch).

Schreibe mit Tiefe
Schreibe mit Weite
Schreibe logisch
Schreibe Poetisch

Viel Spass beim lesen!

in Ihm.

Wegweiser, nicht der Weg: Musik & Technik (Teil 3)

wegweiser

Wir sind gerade dabei über praktische Wege zu sprechen, wie wir als Musiker und Techniker es zustande bringen können, dass Gott wirklich ins Zentrum unseres Dienstes gestellt wird. Im letzten Beitrag hatten wir über unser Auftreten und Pünktlichkeit gesprochen.

Wir wollen heute über einen weiteren Bestandteil davon sprechen, wie wir uns aus dem Zentrum der Aufmerksamkeit, und Gott ins Zentrum, bringen können:

Lebenszeugnis

„Predige das Evangelium. Und, wenn nötig, benutze dazu auch Worte“. Dieses Zitat wird oft Francis von Assisi zugeschrieben (auch wenn das nicht wirklich sicher ist). Es kommuniziert, dass wir durch unser Leben nach außen eine laute Sprache sprechen.

Das NT ist proppenvoll von diesen Aufrufen. Wir können z.B. an die gesamte Bergpredigt, oder an den Jakobusbrief, oder an Titus Kapitel 2 und 3 denken. Aufrufe dazu, dass unser gesamtes Leben ein Zeugnis sein soll, gibt es, wie gesagt, en masse.

Paulus drückt es im Philipperbrief folgendermaßen aus:

Tut alles ohne Murren und Bedenken, damit ihr unsträflich und lauter seid, untadelige Kinder Gottes inmitten eines verdrehten und verkehrten Geschlechts, unter welchem ihr leuchtet als Lichter in der Welt, indem ihr das Wort des Lebens darbietet (Phil 2:14-16)

Unser Tun und Sein bietet Gottes Wort dar, an eine sterbende, aber dennoch aufmerksame, Welt. Unser Leben spricht Bände über unseren Glauben.Wir können eine gesunde Theologie vertreten, in einer gesunden Gemeinde sein, ein gesundes zu Hause haben, gesunde Bücher lesen … oder zumindest gesunde Worte von uns geben, und doch am Ende alle diese Dinge mit einem widersprüchlichen Leben durch den Dreck ziehen.

Jemand hat einmal gesagt, dass das beste Argument gegen das Christentum oft Christen sind. Das ist natürlich zynisch und überspitzt gesagt. Aber es ist leider doch mit Wahrheit behaftet.

Deshalb ist Gottes Fokus auch nicht auf Äußerlichkeiten & Regelwerk, sondern auf den inneren Menschen, das Herz. Von 2 Korinther 5:17, über Matthäus 5, bis hin zu Galater 5:22 dreht sich alles um Charaktereigenschaften. Wieso? Weil man diese nicht auf Dauer vorschwindeln kann. Ein liebloser Mensch wird seine Lieblosigkeit irgendwann  durch sein Tun aufzeigen. Garantiert.

Das ist auch für unser Thema sehr wichtig.

wolfschafDurch deinen Lebensstil, was wirklich nur ein Spiegel deines Herzens ist, kannst du entweder die Botschaft der Lieder unterstreichen oder aber auch durchstreichen.

Stellt euch vor, wir singen gerade „Mit ist wohl“. Die Gemeinde singt laut mit. Vorne steht Peter und leitet den Gesang. Er macht es gut. Eine tolle Stimme. Viel Gefühl und Brillanz ist dabei. Aber sein bester Freund Tim weiß, dass Peter wirklich unzufrieden ist. Er weiß, dass er sich unter der Woche oft allein mit Frauen trifft, die nicht die seine sind.

Was kommuniziert Peter? Er kommuniziert das Gegenteil von dem was der Text aussagt. Ihm ist eben nicht wohl in dem Herrn. Ihm ist es erst dann wohl, wenn er seiner Lust nachgehen kann.

Du kannst als Musiker der Botschaft, die durch die Lieder unweigerlich kommt, Gewalt antun, indem du dein Leben im Gegensatz zu der Botschaft lebst. Du kannst nicht für eine zuschauende Welt überzeugend von „Allein deine Gnade genügt“ singen, wenn deine Familie (oder Freunde, oder Arbeitskollegen, oder Frau, oder Mann, usw.) dich als harten und ungnädigen Vater kennen. Das eine passt mit dem anderen nicht zusammen!

PfadSicherlich ist es wahr, dass es keine perfekten Menschen gibt. Das ist gegeben. Aber wir schauen nicht auf Perfektion, sondern auf Richtung. Sehe ich, dass sich mein nicht-perfekter Klavierspieler immer mehr unter Gnade und der Zucht Gottes in Sein Ebenbild ändert, so ist er ein Zeugnis dieser Botschaft und ich kann ihn für den Dienst verwenden.

Übrigens, das Gleiche gilt natürlich im Besonderen für Prediger und Leiter der Gemeinde (siehe 1 Tim 3 und Titus 1). In der Praxis ist auch mein Leben als Musikleiter unter strenger Beobachtung, sowohl durch die Ältesten, als auch durch die Gemeinde selber.

Und das alles gilt auch für jeden in der Gemeinde, gegenüber einer aufmerksamen Welt. Da aber die Musikgruppe eine Leitungs- und Vorbildfunktion übernimmt, muss hier besonders darauf geachtet werden. Du bist reif für den Dienst nicht, weil du dein Instrument gut beherrschst (das ist zuerst nebensächlich), sondern erst dann wenn sich dein Leben nicht mit der Botschaft beißt.

***

Ich wollte eigentlich hier noch über Qualität der Musik und der Technik sprechen, werde das aber auf nächstes Mal verschieben. Ansonsten wird der Post zu lang 🙂

In diesem Sinne. Gottes Segen.

SoliGloriaDeo

 

 

(Fortsetzung folgt …)